Vor einigen Jahren waren Schulden und Insolvenz noch ein Tabuthema. Inzwischen sind diese Begriffe allgegenwärtig und durch die Staatspleiten von Griechenland und Italien Thema Nummer eins in den Medien. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Staat Hilfe vom Europäischen Rettungsfond benötigt. Auch Deutschland steht den anderen europäische Ländern in nichts nach und hat inzwischen Schulden in Billionenhöhe aufgebaut. Berechnet man daraus die Verschuldung pro Kopf kommt man laut Statistischem Bundesamt auf einen Wert von knapp 25.000€ je Bundesbürger. Diese Zahl ergibt sich aus der Gesamtverschuldung von Bund, Ländern, Gemeinden und der gesetzlichen Sozialversicherung dividiert durch die Einwohnerzahl. Natürlich handelt es sich hier um einen Durchschnittswert. Tatsächlich sind inzwischen ein Drittel der privaten deutschen Haushalte verschuldet.
Es kann jeden treffen!
Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Trennung vom Partner oder falsche Haushaltsführung sind nur einige Gründe, die zur Zahlungsunfähigkeit führen können. Einmal in die Insolvenz geraten, wird es dann schwer ohne Hilfe aus der Schuldenfalle herauszukommen. Um der steigenden Anzahl der verschuldeten privaten Haushalte eine Möglichkeit zur Entschuldung einzuräumen, wurde im Jahr 1999 die Privatinsolvenz eingeführt. Hierbei handelt es sich um ein vereinfachtes Insolvenzverfahren zur Abwicklung der Zahlungsunfähigkeit einer Privatperson. Der Schuldner erhält die Gelegenheit auf legalem Weg zu tilgen ohne das die eigene Lebenshaltung gefährdet ist. Nach sieben Jahren kann dann eine Restschuldbefreiung erfolgen. Laut Statista haben diese Möglichkeit im Jahr 2000 insgesamt 14.024 Bürger in Anspruch genommen. Im Jahr 2011 waren es bereits 136.033. Aufgrund dieses enormen Anstiegs ist davon auszugehen, dass die Zahl in den kommenden Jahren weiter ansteigt. Auf die Schulden- und Insolvenzberater wird also viel Arbeit zukommen, denn die Privatinsolvenz anmelden ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
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