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Binäre Optionen

Was sind binäre Optionen und wie funktionieren sie?

Viele Broker werben gerne damit, dass mit binären Optionen in weniger als einer Minute eine zweistellige Rendite erzielt werden kann. Kein Wunder, dass in Zeiten von extrem niedrigen Zinsen ein Finanzprodukt, dessen Name für blitzschnelle Riesengewinne steht, das Interesse der Sparer und Anleger weckt. Wer erfahren möchte, ob und wie dieses möglich ist, muss sich mit dem Thema binäre Optionen gründlich auseinandersetzen. Ihre Besonderheiten sind die wenigen Grundbegriffe und die elementare Funktionsweise.

Wie sind die binären Optionen als Finanzprodukt zu definieren?

Zuzuordnen sind die binären Optionen zwar zur Sparte der Derivate: Finanzinstrumente, welche an anderen Finanzprodukten (Aktien, Aktienindizes, Rohstoffe, Rohstoffindizes) anknüpfen, indem sie deren Kursentwicklung nach einem gewissen Modell folgen. Bei den binären Optionen handelt es sich allerdings um eine völlig neue Generation Finanzderivate. Diese werden ebenfalls an die Preis- oder die Kursentwicklung von verschiedenen realen Wirtschaftsgütern oder Vermögen – wie Rohstoffe, Aktien und Aktienindizes (sogenannten Assets) – angekoppelt. Doch entscheidend für den Trader ist in diesem Fall nicht direkt die Kursentwicklung (Kursanstieg oder Kursverfall). Denn die Eigenart der binären Optionen als Derivate liegt darin, dass es lediglich um die Prognose der Wertentwicklung handelt. Nicht der bloße Anstieg des Kurses einer Aktie, sondern die Erwartung des Händlers, dass der Aktienkurs steigen wird, entscheidet, ob er einen Gewinn erzielen kann oder einen Verlust erleiden muss.

Woher kommt die Bezeichnung „binäre Optionen“?

Ihren Namen verdanken die Binäroptionen dem Binärsystem, weil das Konzept des Handels mit binären Optionen auf diesem basiert. Denn genauso wie das binäre System – das bekanntlich nur aus den zwei Ziffern 0 und 1 besteht – kennt der Handel mit binären Optionen nur zwei Werte bzw. nur zwei Ergebnisse, wobei es hier nicht einfach um bloße Ziffern, sondern um Geld geht. Und zwar sind bei den binären Optionen anstatt der „1“ die Werte „Gewinn“ oder „im Geld“ und anstatt der „0“ die Werte „Verlust“ oder „aus dem Geld“ möglich. Obwohl die Computer und die Computerprogramme auf einem System, das nur zwei Werte versteht, basieren, sind sie in jedem Lebensbereich einsetzbar und nutzbringend. Genauso bietet der Handel mit binären Optionen eine Vielfalt an Wege an, Gewinne zu erwirtschaften. Als weitere umgangssprachliche Synonyme für binäre Optionen werden auch die Begriffe Binäroptionen, digitale Optionen oder Digitaloptionen verwendet.

Wie funktioniert das Finanzprodukt „binäre Optionen“?

Was in erster Linie für den Neuling interessant ist: Zu den bedeutendsten Vorteilen der binären Optionen zählt eben deren Funktionsweise. Da diese denkbar simpel ist, kann sie jeder Einsteiger leicht verstehen und schnell erlernen. Und zwar: Der Handel mit binären Optionen umfasst drei strategische Punkte: den Basiswert (Asset, Vermögenswert), die Prognose für die Entwicklung des Basiswert-Kurses (ob dieser steigen oder fallen wird) und die Laufzeit der Option (wie lange gilt die vorausgesagte Kursentwicklung). Entscheiden muss sich der Trader als Erstes für einen Basiswert wie zum Beispiel Währungen, Rohstoffe oder Aktien. Als Nächstes muss er die Richtung, in der sich der Kurs des Basiswertes seiner Meinung nach bewegen wird, prognostizieren. Und dann hat er die Laufzeit seiner Option zu bestimmen, wie zum Beispiel binnen zehn Minuten, in drei Stunden, in einer Woche oder in einem Monat. Zwar ist die Funktionsweise der binären Optionen mit einer Wette vergleichbar, doch Kenntnisse über die Basiswerte und Gespür für deren Kursentwicklungen sind durchaus vorteilhaft.

Wie werden die binären Optionen gehandelt?

Dem Trader stehen zahlreiche Broker für Binäroptionen zur Wahl. Für den Handel schließt er einen Kontrakt mit dem Anbieter, indem er für einen bestimmten Betrag eine Option mit einer bestimmten Vertraglaufzeit kauft. Je nachdem, ob er einen Kursanstieg oder einen Kursverfall erwartet, kauft er eine Call-Option (Kaufoption) oder eine Put-Option (Verkaufsoption). Vorausgesetzt, er hat die Richtung der Kursbewegung richtig vorausgesagt und den Zeitraum richtig gewählt, kann er sowohl bei Kurssteigerung als auch bei Kursverfall Gewinne erzielen. Je nachdem, ob seine Prognose zutrifft, läuft seine Option zum Vertraglaufzeit-Ende entweder „im Geld“ (Gewinn) oder aber „aus dem Geld“ (Verlust) aus. Beide Werte werden in Prozente vom Kaufpreis der jeweiligen Option angegeben. Generell ist sowohl die maximale Auszahlung als auch der maximale Verlust vom jeweiligen Broker für binäre Optionen im Voraus festgelegt. Dem fortgeschrittenen Trader stehen neben den klassischen Optionen (Call, Put) leistungsstarke „exotische“ Optionsarten zur Verfügung. Mit Laufzeiten von unter einer Minute und bis einem Monat eignen sich die binären Optionen sowohl für risikobereite als auch für eher konservative Trader.

Herkunft und Historie der binären Optionen

Gehandelt wurden die binären Optionen erstmals im Jahr 2008 an der weltweit ältesten Börse für Derivate (wie Caps. Futures und Optionsscheine), der CBOE („Chicago Board Options Exchange“). Zugelassen für den Handel waren seinerzeit ausschließlich institutionelle Marktteilnehmer wie große Investitionsbanken. Bereits 1973 gegründet, ist die CBOE die erste Börse der Welt, an welcher zum ersten Mal keine Aktien, sondern Optionen auf Aktien gehandelt wurden. Somit gilt sie als der Erfinder der Optionen und des Handels mit Optionen. Von gerade mal 911 Verträgen am ersten Handelstag bis hin zu 950 Millionen Aufträgen im Jahr 2007 hat der Handel mit Optionen ein enormes Wachstum erfahren, um vor wenigen Jahren auch für Privatkunden zugänglich zu werden.

Für weiterführende Informationen zu binären Optionen empfehlen wir Ihnen das Fachportal http://www.binäre-optionen.info

Bildquelle: Images-of-Money flickr.com